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sinaWenn ich mich kurz vorstellen darf: Ich bin Mutter! Aber das ist bei Weitem nicht alles, was meine Welt so ausmacht, denn ich lebe in der schönsten Stadt der Welt und da gibt es so viel zu erleben und zu entdecken! Ich liebe diese Stadt, brauche ihre pulsierende Lebendigkeit und vermisse sie, sobald ich lange nicht da war. Hamburg ist ein wichtiger Teil meiner Welt. Die möchte ich hier mit Euch teilen. Seid herzlich willkommen!

 




Drachen und Mäuse PDF Drucken E-Mail

Geschrieben von: Sina   

 

Kinder haben so viele Fragen: „Mama, woher kommen die Babies?“, des öfteren auch: „Wann kriege ich ein I-Pad?“ und gelegentlich: „Ich darf doch die Wände mit Fingermalfarbe verschönern?“ Alles Fragen, die sich leicht beantworten lassen: „Der Storch bringt sie, warum???“, „Wenn du alt genug bist!!“ und ein glasklares, leicht hysterisches „Nein!!!“

 

Doch die Frage, die meine fünf-jährige Tochter nach einer Lesung ihres Lieblingsbuches 'Der kleine Drache Kokosnuss' beschäftigt, lässt mich ratlos mit den Achseln zucken: „Mama, der Autor von Kokosnuss hat gesagt, dass Kokosnuss Rollschuhe in seinem Ei hatte, die er im Ei-Kiosk gekauft hat! Wo hat der denn das Geld überhaupt her?“ Da bleibt mir nichts anderes übrig, als den Autor selbst zu fragen. Die Idee ist geboren: Ein Interview mit dem Erfinder des kleinen Feuerdrachen, der mit Wikingern reist, den Weihnachtsmann persönlich kennt, einen Vampir zum Freund hat und so schlau ist, dass jeder Bösewicht ganz schlechte Karten hat. Viele Abenteuer gewürzt mit einer Prise Humor, die für reichlich Gekicher auf dem Familiensofa sorgen.

 

Ingo Siegner, geboren 1965, lebt in Hannover. Er schreibt und zeichnet seit 10 Jahren Geschichten über den kleinen Drachen, über die beiden Rattenfreunde 'Elliot und Isabella' und noch vieles mehr. Seine Erzählungen fesseln nicht nur Kinder, sondern bereiten auch den vorlesenden Eltern große Freude: So lümmelt man gemeinsam mit der Brut auf dem Sofa und liest ein Buch bereits zum 20. Mal, ohne, dass man parallel die Einkaufsliste im Kopf durchgeht oder das abendliche Vier-Gänge-Menu plant. Welch ein Segen! Kinderbücher über rosa Ballerinas und 'Connies-mit-roten-Schleifen' werden mit stiller Freude ins oberste Bücherregal verbannt.

 

Da wir bereits einige Familien mit dem Kokosnussfieber angesteckt haben, hatten diese natürlich auch Fragen an den Autor. Darunter ein Vater, der brennend wissen wollte, was es mit der Maus auf sich hat, die überall auftaucht. Ich habe die Fragen gesammelt und so wurde aus einem Interview eine gemeinschaftliche Fragestunde mit großem Spaßfaktor! Viel Freude beim Lesen!

 

 
Ist das Kunst PDF Drucken E-Mail

Geschrieben von: Sina   
Turneroder kann das Weg? Eine überdimensionale Blondine holt sich gerade eine Blasenentzündung in unserer Binnenalster und die gesamte Stadt diskutiert darüber, ob das Kunst sei. Schwierige Frage und sie schreckt auch viele ab. Denn, Hand aufs Herz, wer nutzt das Feuilleton der Tageszeitung ausser, um darauf Kartoffeln zu schälen? Wenn ich mich durch die schlauen Texte arbeite, dann nur mit einem Fremdwörterbuch auf dem Schoß.

 

Ich mache mir lieber mein eigenes Bild von der Kunst und reihe mich artig mit 70 weißhaarigen Mephisto-Schuh-Trägern in die Schlange vor das Bucerius Kunst Forum ein. Uns wird William Turner versprochen: 'Der Maler der Elemente'. Ehrlich gesagt, habe ich die stille Vermutung, dass hier auch Heizdecken avisiert wurden. Egal, ich komme tatsächlich noch als Studentin rein, obwohl die Altersgrenze bei 27 liegt und ergattere die letzte Audiotour, was soll mir jetzt noch passieren?

 

Im düsteren Ausstellungsraum erzählt mir die freundliche Dame in meinem Ohr, dass Turner die unglaubliche Gabe hatte, die Elemente miteinander verschmelzen zu lassen. Sie beschreibt wortreich das erste Bild, auf dem eine Bronze-Statur von Lord Nelson zu sehen sein soll. Verbissen kneife ich die Augen zusammen. Ich sehe ihn nicht und verpasse der Audiostimme den digitalen Knebel. Ruhe!

 

Jetzt kann ich sehen. Wahrnehmen. Denn genau das ist es was Turner von den Betrachtern seiner Bilder verlangt hat: „Ich habe es nicht gemalt, damit es verstanden würde, sondern weil ich zeigen wollte, wie ein solches Schauspiel aussieht.“ Und das ist ihm wahrlich gelungen. Sein Werk 'Neumond' zeigt eine abendliche Szene am Strand. Am unteren Rand spielen Kinder, Hunde tollen herum. Am blauen Horizont geht der Mond auf und verabschiedet die rot glühende Abendsonne. Wenn man sich auf das Bild einlässt, kann man das Meer riechen und die Kinder entfernt schreien hören. Alles schmilzt zu einer Atmosphäre zusammen, die einen aufsaugt - ich will schlagartig zurück in den Urlaub!

 

Diese Ausstellung gibt mir eine leise Ahnung von der Entwicklung des Künstlers: William Turner, gelernter Architekturzeichner und Professor für Perspektive, hat im Laufe seines Lebens den künstlerischen Überzeugungen der Zeit den Rücken gekehrt. Anfang des 19. Jahrhunderts galten nämlich verschwommene Figuren am Rand des Bildes schon als Ungenauigkeit und Schlamperei. Turner hat es hingegen gewagt, Räumlichkeit nur durch Farbe und Form darzustellen. So einen unkonventionellen Mut bewiesen erst Impressionisten, wie van Gogh und Cézanne, rund 60 Jahre später. Wir wissen alle noch dunkel aus dem Kunstunterricht, dass die nicht reich gestorben sind.

 

Überwältigt und satt verlasse ich die Farbenpracht und stolpere zurück in die Gegenwart. Die Welt hat mich wieder. Durch die Sonne blinzelnd erblicke ich die 'Badende', hoffe inständig, dass sie nicht in ihre Wanne pinkelt und winke ihr freundlich zu. Dich wird man in 200 Jahren nicht mehr bewundern, das ist schon mal klar!

 

http://www.buceriuskunstforum.de/h/ausstellungen_3_de.php

 


 

 
Freischwimmen PDF Drucken E-Mail

Geschrieben von: Sina   
Schweden„Was ist denn hier los?“ Mein Mann steht mit fragendem Blick zwischen Koffern und Taschen. „Ziehst du aus???“ Für diese unsensible Art von Humor habe ich gerade überhaupt keinen Kopf, denn ich packe. Ganz offensichtlich. Und zwar für unseren Jahresurlaub am Meer. Jederman(n) fürchtet zu Recht die weibliche Packwut: Sei es der Verlust der Handwaschpaste oder 14 Tage Regen, eine Mutter hasst es, ins Ungewisse zu reisen. Sie weiß sich gern auf alle Lebenslagen vorbereitet und sei es unerwarteter Besuch des schwedischen Kronprinzenpaares, das zufällig im selben Ort Urlaub macht. Man weiß ja nie...

 

So steuert der Chef-Packesel unser Gefährt mit bedenklicher Schieflage auf die A1, in Richtung Norden. Auf dem Weg in das Land, das seit mehr als 8 Jahren Ziel unseres Sommerurlaubs ist: Schweden. Klingt langweilig? Ist es auch. Aber genau das braucht der gestresste Stadtmensch von heute: Quälende Langeweile mit unzähligen Sonnenstunden an weißen Sandstränden, glücklichen Kindern, die kichernd in den endlosen Dünen Fangen spielen, salzig klebrige Buchseiten der Romane, die man schon das ganze Jahr über lesen wollte, Gänsehautbäder in der quietschkalten Ostsee, genauso wie Wanderungen durch diese atemberaubende Natur, mit Eichenwäldern, in denen Trolle und Elche leben - nicht zu vergessen, die romantischen Grillabende mit Freunden am Lagerfeuer, die diese fulminanten Tage beenden. Wahrlich weit weg vom hektischen Alltag unserer 'ich-weiß-das-schon-von-facebook-Gesellschaft'.

 

Für einen Internetjunkie wie mich ein kalter Entzug. Die akribisch vorbereitete Möglichkeit mit der Außenwelt in Kontakt zu bleiben, schlägt leider fehl: Die Internetverbindung in unserem Ferienhaus ist so schlecht, ich wäre mit Rauchzeichen vermutlich eher zu Euch durchgedrungen.

 

Was soll's. Manchmal ist es sehr heilsam, sich von der Welt zu entkoppeln, um endlich wieder bei sich anzukommen. Zeit haben. Der Sommer in Schweden ist so analog, dass 'Mensch-ärgere-dich-nicht' und 'Mikado' für sehr amüsante Abende mit der Brut sorgen. Vollkommen ist das Kinderglück jedoch erst, wenn die Alten vernichtend im 'Bauernhof-Memory' geschlagen werden. Wie selig schlummert es sich danach im Stockbett, wohl wissend, Mama kann sich einfach nicht merken, wo der verdammte Mähdrescher liegt.

 

Meine persönliche Ankunft ist jedoch die erste Joggingrunde in der milden Abendsonne. Der abschließende Sprung in den See bringt die so lange vermissten wohligen Schauer und spühlt einfach alle Sorgen fort. Das gibt genug Kraft bis zum nächsten Jahr.

 

http://www.skane.com/de/frontpage

 


 
Krug und gut! PDF Drucken E-Mail

Geschrieben von: Sina   
IMG_0542Am 01. Juli ist Weltkuscheltag und was macht man dann? Natürlich nett essen gehen, was dachtet Ihr denn?!? Wer kuscheln will muss ja bekanntlich freundlich sein – also werde ich ganz galant ins passende Lokal ausgeführt: In den 'Krug' in der Paul-Roosen-Straße. Er kuschelt sich nämlich niedlich in eine Efeuhecke und versteckt sich dort, bis seine hungrigen Erstbesucher verzweifelt die Nachbarläden abklappern, um rauszufinden, wo denn nun die angesagteste Weinstube Hamburgs zu finden ist. Der 'Krug' verbindet Menschen. Draußen wie drinnen.

 

Wir sind eingeweiht und finden den 'Krug' mühelos in brizzeliger Vorfreude auf den Abend. Es ist Sommer in der Stadt und die Fenster des gerade mal 40m² großen Gastraumes stehen sperrangelweit auf. Sie geben den Blick auf die Leckereien frei, die Chef de Cuisine Holger in seiner offenen Mini-Einbauküche gerade zaubert. Es duftet herrlich nach Mittelmeer: Rosmarin- und Thymian-Aromen wabern uns vielversprechend entgegen. Der diensthabende Küchenchef ist Herr über vier Kochfelder, auf denen er wirklich alle schmackhaften Gerichte des Abends in windeseile zubereitet. Eine Bitte Kinder! Versucht das nicht alleine zu Hause, dann wird Mutti echt böse!

 

Da es noch früh ist, haben wir die Wahl zwischen einem 'kommunikativen Tisch' und einem nur für uns beide, zu Holgers Füßen. Man muss nämlich wissen, dass die Plätze im 'Krug' sehr begehrt sind. Es kommt durchaus häufiger vor, dass man - schwupps - nette Tischnachbarn bekommt, die man (noch) nicht kennt. So entstehen wirklich amüsante Abende, an denen man sich gern festquatscht und dann doch den ganzen Weinkrug bestellt.

 

Eben das ist auch das Konzept der Inhaberin Terry und ihrem Freund Ole, die im November 2009 die ehemalige Punkkneipe zu einer Weinwirtschaft umfunktionierten. Hier spielt es keine Rolle, welche Hanglage der Wein hatte oder ob er beim geräuschvollen Durch-die-Zähne-ziehen anregend nach Moos und Erde schmeckt. Hier zählt, was Spaß macht und gefällt – auch und besonders für die Gäste mit Zwiebelportemonnaies*. Es hat sich leider rumgesprochen, dass man hier auch hervorragend essen kann: Die drei hauseigenen Köche Tim, Holger und Nils sind alle keine unbeschriebenen Blätter in der Gastronomieszene. Sie haben unter anderem im Nil und im Freischwimmer gekocht. So hat sich das Küchen-Trio mit dem Sepiaeintopf mit Safran Aioli mal wieder in unser Herz gekocht.

 

Bei diesem Lokal handelt es sich um einen Geheimtipp, der von unserer allerliebsten und krugaffinen Freundin Gesa mit dem Worten „mein absoluter Lieblingsladen“ dezent zu uns herüber wehte. Wir gehen daher mit dieser wohlschmeckenden Empfehlung sehr vorsichtig um. Darum, meine lieben Freunde: Es ist angerichtet und mein persönliches Geschenk für Euch nachträglich zum Weltkuscheltag!

 

 

*Für alle, die nicht wissen, was ein Zwiebelportemonnaie ist: Man muss weinen, wenn man reinschaut.

 

http://www.krug-hamburg.de/

 


 
Orchester zum Essen PDF Drucken E-Mail

Geschrieben von: Sina   
PanfltebabyEs ist Sonntag, draußen regnet es Bindfäden, drinnen laufen die Kinder Amok und mein Mann bohrt mit der Hilti Löcher in eine Karotte. Keine Angst, mein Gatte ist nicht verrückt geworden und er nimmt auch 'Experimentalküche' noch nicht wörtlich. Wir bereiten uns vielmehr auf das Kinder Musikfest 'laut und luise' vor, das wie jedes Jahr vom 'KinderKinder' e.V. ausgerichtet wird und Planten und Blomen zum Klingen bringt. „Und was ist mit den Möhren??“ höre ich da meine aufmerksamen Leser rufen. Die Möhren werden Claves, Klanghölzer für das große Kinder-Gemüseorchester, das mit Kohlrabi-Ratschen und Paprika-Trommeln unser junges Gemüse zu Musikanten werden lässt.

 

Komplett in Gummi verpackt machen wir uns also auf dem Weg in die Stadt, um unsere selbst gebohrten Instrumente zum Einsatz zu bringen – wir sind wild entschlossen, dem Hamburger Schietwetter zu trotzen und die erste Möhre im Orchester zu spielen. Außerdem nagt der Hunger und zum großen Finale werden doch die Musikinstrumente genüsslich verspeist.

 

MusicalNeben dem großen Gemüseorchster gibt es noch so viele andere Dinge zu entdecken: Auf zwei Bühnen können die kleinen und großen Musikfans tolle Auftritte sehen, darunter Hexe Knickebein, das Operloft und die Musical Akademie. Letzteres hat das Leben meiner Tochter direkt auf die Laufbahn eines Musicalstars gelenkt und meines auf die einer persönlichen Musicalstar-Taxiunternehmerin.

 

Der KinderKinder Verein veranstaltet jedoch nicht nur 'laut und luise' sondern auch das Highlight der Kinderkultur-Veranstaltungen in Hamburg: Das internationale Musik und Theaterfestival 'KinderKinder'. Von September bis November finden dann bis zu 60 Veranstaltungen für Kulturfreunde von 3 bis 99 Jahren auf Hamburger Bühnen statt. Für jeden Geschmack ist etwas dabei: Sei es Babyoper und Tanztheater für Kleinkinder oder Jazzmärchen und Schrottmusik-Workshops für die Größeren. Henrik Vahle und Rolf Zuchowski zählen zu den treuen Freunden des Festivals und sind zur Freude der Kinder und Mamis fast jedes Jahr dabei. Und mal ehrlich Mädels, wer hat noch nie beim 'Nackideilied' von Rolf Zuchowski entzückt mitgeträllert?

 

Dass jährlich mehr als 40.000 Besucher dieses Festival genießen können, ist hauptsächlich Stephan von Löwis of Menar zu verdanken. Er leitet seit 24 (!) Jahren den Verein und lebt einfach die Kinderkultur. Ich habe diesen außergewöhnlichen Menschen getroffen und war sehr neugierig auf das kommende 'KinderKinder' Festival im Herbst. Ihr etwa auch? Na, dann kommt doch mit und lernt ihn kennen!

 

Interview mit Stephan Löwis of Menar

 

(Fotos: Richard Stöhr)


 
So riecht der Sommer PDF Drucken E-Mail

Geschrieben von: Sina   
Geruch

Zu Beginn eine geschmackvolle Aufgabe: Schnappt Euch eine saftig rote Erdbeere und „vernascht“ sie ganz bewusst! Wonach riecht sie? Wo schmeckt man sie auf der Zunge? Wie fühlt sie sich im Mund an? Wir könnten dieses sinnliche Erlebnis nicht konkret beschreiben, den Geruch jedoch immer wiedererkennen.

 

Der Mensch ist nämlich ein olfaktorisches Genie: Unter Tausenden von Düften können wir Besondere wiedererkennen. Sie helfen sogar unserem Erinnerungsvermögen. Lernt man mit einem bestimmten Duft für eine Prüfung, wird man sich besser an das Gelernte erinnern, ist der selbe Duft während der Prüfung wieder wahrnehmbar. Allen emanzipatorischen Errungenschaften zum Trotz ist unsere Nase eine subversive Kupplerin, denn unser Geruchssinn hilft uns entscheidend bei der Partnerwahl. Wie essentiell sie für unseren Geschmacksinn ist, wird uns schlagartig bewusst, wenn bei einem Schnupfen alles irgendwie gleich schmeckt, nämlich nach gar nichts.

 

Um so trauriger ist es, dass laut einer Studie der Österreichischen Gesellschaft für Agrarmarketing jedes 4. Kind zwischen 10 und 13 Jahren nicht zwischen salzig, sauer, bitter und süß unterscheiden kann, geschweige denn in der Lage ist, unterschiedliche Düfte zu identifizieren. Unsere Kinder verlernen, ihren Sinnen zu vertrauen. Schuld daran sind unter anderem künstlich hergestellte Lebensmittel, die den Gaumen regelrecht versauen. Macht den Test mit Euren Kids in der Blindverkostung: Selbstgerührter Fruchtquark gegen die „Fruchtgnom“-Variante aus dem schrill bunten Sechserpark mit extra viel Calcium. Wenigstens hat sich rumgesprochen, dass Kühe nicht lila sind.

 

Dabei ist die Ausbildung unserer Nase und unseres Gaumens kinderleicht! Es ist Sommer, üppige Blütenpracht wohin das Auge sieht und es gibt unzählige Kräuter- und Obstsorten auf dem Markt. Die perfekte Zeit für ein Riechspiel, das auch die Großen vor eine Nasenherausforderung stellt! Und so funktioniert es: Bereitet kleine Schalen mit unterschiedlichen Obst- und Gemüsesorten, Kräutern und Gewürzen vor. Verbindet den Kindern die Augen und lasst sie drauflos schnuppern. Was meint Ihr wie groß die Freude ist, wenn etwas richtig geraten wurde. Das Spiel ist natürlich unendlich erweiterbar – fordert den Geschmacksinn heraus und lasst die kleinen Ratemäuse verschiedene Dinge schmecken. Wir spielen es zu Hause öfter mit Kräutern aus dem Garten, dann erhöht sich die Trefferquote enorm und der Spaßfaktor steigt ins unermessliche! Dass meine „Mama-ist-das-Petrasilie?“ immer irgendwie aussieht, als sei eine Horde Schafe darüber hergefallen, trage ich mit Fassung. Wenn's schlau macht.

 

http://www.erziehungskunst.de/artikel/fruehe-kindheit/tasten-riechen-schmecken/

 

 


 
Angst vor facebook? PDF Drucken E-Mail

Geschrieben von: Sina   

Habt Ihr schon mal eine Party geplant und es kommen wirklich ALLE Gäste? PANIK!! Reicht das Buffet?? Sind genug Getränke gekühlt?? Diese oder ähnliche Fragen hat sich Thessa-die-facebook-Party-Prinzesssin vermutlich nicht gestellt, als plötzlich 1.600 Gäste vor der Tür standen. Doch kurz für diejenigen, die in der letzten Woche im Ausland oder auf dem Mond waren: Eine harmlose 'facebook'-Einladung zum 16. Geburtstag wird versehentlich öffentlich gepostet. 1.600 Menschen folgen dieser Einladung und fallen ins beschauliche Hamburg-Bramfeld ein. Nachdem der feierwütige Mob das elterliche Haus belagert, ausgiebig die nachbarschaftlichen Rosen wässert und Polizeistaffeln das Feld räumen müssen, tritt unverzüglich die Läuterung der Hauptfigur ein: Thessa schwört brav gekämmt: „Nie wieder facebook. Ein Teufelszeug!“ Die einschlägigen Boulevard-Blätter haben ihr Fresschen gefunden und wälzen sich genüsslich darin und den Eltern von facebookaffinen Teenagern stellen sich die Nackenhaare auf.

 

facebook1Aber mal im Ernst: Laut einer Studie der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) sind 85 Prozent deutscher Jugendlicher zwischen 12 und 24 Jahren mehrmals wöchentlich im Internet. 70 Prozent besuchen mehrfach in der Woche Social Communities wie 'SchülerVZ' oder 'facebook'. Sie sind als Kommunikationsmittel nicht mehr wegzudenken und es wäre illusorisch, diesen Wandel zu ignorieren. Dennoch bleiben viele Eltern bei dem Thema Internetnutzung außen vor, da sie mit dem Medium nicht ausreichend vertraut sind. Wie wir wissen, ist die Angst vor dem Unbekannten die Schlimmste und sie wird in gewohnter Manier von den Medien weiter aufgeladen. Das ist schön für die Auflage, trägt aber nicht zur Lösung bei.

 

Ist es da nicht sinnvoller unsere Brut über die Risiken der Internetnutzung aufzuklären, als Ihnen den Umgang damit zu verbieten? Beschäftigen wir uns mit Thema! Lasst uns mit unseren Kindern zusammensetzen und sie fragen, was sie online so treiben. Da meine Zwerge bisher noch 'Schneewittchen'-Fans sind, habe ich den Selbstversuch bei befreundeten Teenies gestartet und wurde erstaunlich offenherzig informiert: „Wir chatten eigentlich nur und stellen Fotos online.“ „Und habt ihr gar keine Angst vor Mobbing oder Stalkern?“ fragt die besorgte Mutter-Freundin. Darauf nur kollektives Kopfschütteln: „Nee, hab doch die richtigen Privatsphäre-Einstellungen gemacht und wenn mich einer nervt, dann wird der einfach geblockt!“ Ein Chatfenster blinkt auf und es wird eilig getippt...Herzchen, Smilies, Gekicher. Ich fühle mich wieder wie 13 und gehe selig zurück in meine Welt, wo man schon Kaffee trinken darf.

 

Ich nehme die Sorgen der Eltern nicht auf die leichte Schulter. Was mir jedoch am Herzen liegt, ist eine gemeinsame Lösung mit den Teenagern zu finden. Es ist wichtig, sie richtig aufzuklären und ihnen dabei zu helfen, mündige Internetnutzer zu werden. Mein Tipp: Die unten aufgeführten Links sind gute Ratgeber für Eltern, Teenies und Lehrer für den gemeinsamen Weg zur medialen Kompetenz.

 

 

https://www.klicksafe.de/materialien/index.html

http://www.facebook.com/safety/

 


 
Ein Abend beim Bullen PDF Drucken E-Mail

Geschrieben von: Sina   
Ich gebe es zu, ich bin verwöhnt! Mein Mann kocht. Gelegentlich vor Wut aber meistens in seinem Reich – unserer Küche. Es ist schon ein Segen, Paul Bocuse geheiratet zu haben, es hat aber auch erhebliche Nachteile: Man wird pingelig, vor allem wenn man Essen geht und die übersichtlichen Kreationen auf den Restauranttellern lange nicht so gut schmecken, wie zu Hause. Der sparsame Blick des Obers beim „mein Mann kocht das aber besser!“ macht es auch nicht einfacher.

 

BullereiradZum Glück darf ich ab und zu kulinarische Überraschungen erleben,  bei denen auch mein Gatte bewundernd die Augenbrauen hochreisst und zugeben muss: „Der Arsch kann kochen!!“ Dieses Aha-Erlebnis hatte ich vor wenigen Tagen in der 'Bullerei' im Schanzenviertel. Tim Mälzer und Patrick Rüther haben die ehemalige Viehhalle der Hamburger Schlachthöfe aufwendig saniert und 2009 eröffnet. Der erste Eindruck, den man beim Betreten der Halle bekommt, ist ein martialisch ehrlicher Blick ins Kühlhaus: Eine Tierhälfte baumelt neben Würsten in einem Schaufenster und mahnt: Achtung Ihr Veggies, hier wird FLEISCH gegessen! Und zwar Gutes, Gestreicheltes, das viel Zeit hatte, bevor es als wohlduftendes Steak, Entrecôte oder Filet auf dem Teller landet.

 

Das Servicepersonal ist jung, witzig, sehr gut ausgebildet und hier und da ein tätowiertes Gesamtkunstwerk. Auch unser Ober kümmert sich  charmant um unser Wohlergehen – Aber Moment mal! Ober klingt so altbacken, wie nennt man Dich denn eigentlich richtig? "Jan!“, antwortet der Stationskellner lächelnd.  Er erinnert mich ein bisschen an Smudo von den 'Fanta 4', nur das der uns vermutlich nicht den Unterschied zwischen Burrata und Mozzarella erklären könnte und auch nicht ganz so firm mit den perfekten Saucen zum Entrecôte ist.

 

Das Entrecôte...ja, das verdient einfach eine Extra-Zeile: SUPERKALIFRAGELISTIGEXPIALIGETISCH!

Butterzart ist massiv untertrieben. Man schmeckt durch den gesamten Abend, dass hier tatsächlich mit handwerklicher Bravur gute Nahrungsmittel in Gaumenfreuden verwandelt werden. Wenn die Sina mit geschlossenen Augen unentwegt „oh wie lecker!“ seufzt, dann hat der Gatte eine ernstzunehmende Konkurrenz zu fürchten!

 

Geheimtipp vom Stationskeller Jan-Smudo: Gelegentlich treten Bands wie Sasha oder Samy Deluxe als Überraschungsgäste auf und rocken die Hütte. Man kann dann zwar nicht mehr von einem Bein aufs andere treten aber wo erlebt man schon mal so eine grandiose Mischung aus kulinarischem Hochgenuss und rockigem Schanzenflair?

 

http://www.bullerei.com/

 


 
Im Entenmarsch zur Kultur PDF Drucken E-Mail

Geschrieben von: Sina   
Eigentlich kann man mit der kindlichen Kulturerziehung nie früh genug anfangen. Sei es Chinesischunterricht im Kindergarten oder besonders frühe Begegnungen mit Musikinstrumenten: Didgeridoo oder so. Wir würden doch alle gern schon unsere Föten im Mutterleib mit Bach und Händel beschallen, in der Hoffnung, dass mal ein Konzertpianist daraus wird. Ich nehme mich davon ganz und gar nicht aus. Obwohl ich während der Schwangerschaft eher Rockmusik gehört habe und das sehr laut...das mag die Abwesenheit der Farbe Rosa im Kinderzimmer erklären.

 

UhdebildDa unser Kindergarten die lieben Kleinen ebenfalls aktiv in ihrem kulturellen Verständnis fördert, darf ein Besuch in der Kunsthalle nicht fehlen. Die großen Meister der Moderne für die ganz kleinen Besucher. Wie aber erklärt man einer nasebohrenden 5-Jährigen, dass die nackte Frau auf dem Kirchner-Bild nicht wirklich einen grünen Po hatte, sondern dass der Künstler absichtlich mit Komplementärfarben gearbeitet hat, um die Leuchtkraft der Farben zu verstärken? Richtig! Nämlich gar nicht. Man lässt sie die Werke ganz einfach mit ihrer unverbrauchten Naivität selbst entdecken und staunt, wie einfach Kunst sein kann.

 

Die Betrachtung Fritz von Uhde's 'Kinderstube' von 1889 (Foto) brachte den Kindern die schockierende Erkenntnis, dass es ein Leben vor der 'Wii' gab. Mit offenem Mund stehen die Kulturzwerge vor diesem prähistorischen Werk und können es beinahe nicht fassen, dass man tatsächlich ohne Fernsehen überlebensfähig ist. Und was machen die da auf dem Bild??? Stricken die etwa Puppenkleider? Ganz unter uns: Allein für diesen prägenden Moment des Erstaunens hat sich der Ausflug gelohnt!

 

Ein Tipp: Besonders für kunstliebende Eltern, die nicht selbst erklären wollen, warum denn alle Frauen auf den Bildern nackt rumliegen, bietet die Kunsthalle neben Malkursen auch die 'Kinderzeit' an: Den gesamten Samstagnachmittag kümmern sich Museumspädagogen um den Nachwuchs und führen sie kind- und altersgerecht durch die Ausstellungen. Hinterher können die Kinder ihre Eindrücke mit den unterschiedlichsten Techniken sprichwörtlich selbst verarbeiten. Oder wüsstet Ihr eine Antwort auf die Frage unserer Jüngsten: „Warum hat der Mann da ein grünes Gesicht, ist dem schlecht?“? Eben.

 

http://www.hamburger-kunsthalle.de/seiten/mp_kinder.htm

 


 
Zu allererst ein Dankeschön PDF Drucken E-Mail

Geschrieben von: Sina   

Vor einigen Jahren noch schien mir nichts ferner, als der Gedanke, ein „kleines Familienunternehmen zu leiten“ oder eben Mamis Taxi zu sein: Ob Ballett, Musikunterricht oder Fahrten zum Kindergarten, ständig ist man wortwörtlich auf Achse. Ein müdes Lächeln hatte ich für die armen Seelen übrig, die täglich so viele Kilometer für die lieben Kleinen machen, dass so mancher Brummifahrer blass um die Nase wird. Und dann wurde ICH Mutter!

 

Meine Rettung war eine Hand voll wunderbarer Eltern, die für einander da sind und sich die Kinder gegenseitig mal abnehmen. Dank diesem sozialem Sicherheitsnetz bin ich noch nicht mit meinem Autositz verwachsen und brauche noch keinen Therapeuten. Nicht zu vergessen, die unzähligen Latte macchiatos, die zwischen den Fahreinsätzen für eine heilsame Auszeit sorgen. Dabei werden mühelos an die 3000 Wörter unters Weibsvolk gebracht. Männer gehen angesichts des Wortschwalls allerdings lieber in Deckung: "Die Heizung spinnt schon wieder, Schatz. Bin im Keller!“  sagt mein konversationsflüchtiger Gatte. "Ist gut, Hase!" sage dann ich...aber seit wann haben wir einen Keller?!?

 

Mütternetzwerke – und da nehme ich die engagierten Väter natürlich nicht aus – sind ein Segen. Mädels, nehmt Eure Sparring-Muttis mal in den Arm und sagt wie ich: DANKE! Schön, dass es Euch gibt.

 


 
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